FÜHRUNGEN

Flur in der Baracke 13, Doku NS-Zwangsarbeit Berlin, Foto: DZ NS-Zwangsarbeit, Hoffmann

Dokumentationszentrum NS·Zwangsarbeit
Übersichtsführung

In Schöneweide steht das letzte in Berlin noch weitgehend erhaltene NS-Zwangsarbeiterlager. Gebaut für über 2000 Menschen, waren hier während des Zweiten Weltkrieges zivile Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen verschiedener Nationalitäten, italienische Militärinternierte bzw. italienische Zivilarbeiter und weibliche KZ-Häftlinge untergebracht. Neben der Ausstellung „Bausteine. Geschichte und Perspektiven des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit“ ist die  Sonderausstellung "Zwangsarbeit und Arisierung; Warnecke und Böhm - Ein Beispiel" zu sehen. Seit Ende August 2010 ist mit "Baracke 13" eine erhaltene Unterkunftsbaracke im Rahmen der Führungen zugänglich.

Öffentliche Führungen

Jeden 1. & 3. Sonntag im Monat um 15:00 Uhr.
120 min, kostenfrei

Buchbare Angebote:

120 min, kostenfrei

Buchung:
> 030 63 90 288 27
bildung-sw@topographie.de


Kalender des Hauptmanns Mario Zipoli, 1943, Riccardo Zipoli, Venedig Foto: Hagen Immel, Potsdam

Zwischen allen Stühlen.
Die Geschichte der italienischen Militärinternierten 19431945

Führung

Im Zweiten Weltkrieg waren NS-Deutschland und das faschistische Italien Bündnispartner. Am 8. September 1943 trat Italien aus dem Bündnis aus. Die Wehrmacht nahm daraufhin die italienischen Soldaten und Offiziere gefangen. Etwa 650 000 wurden in das Deutsche Reich und in die besetzten Gebiete deportiert.
Das NS-Regime wollte die Arbeitskraft der Italiener ausbeuten. Da im besetzten Italien ein von Deutschland abhängiger faschistischer Marionettenstaat fortbestand, erklärte man die Kriegsgefangenen zu Militärinternierten. So waren sie zwar Militärangehörige eines befreundeten Staates, konnten aber zugleich ohne Rücksicht auf das Völkerrecht als Zwangsarbeiter in der Rüstung eingesetzt werden. Hunger, Krankheiten und Gewalt prägten den Alltag der Gefangenen. Um den Arbeitsertrag zu steigern, erklärte man sie im Sommer 1944 schließlich zu „Zivilarbeitern“. Ihre Lebensbedingungen verbesserten sich jedoch nur für kurze Zeit. Etwa 50 000 starben in den knapp zwei Jahren der Gefangenschaft.

In Italien und Deutschland kam die Anerkennung für das Schicksal der Militärinternierten erst spät. Von deutscher Seite gab es für die meisten der Militärinternierten keine Entschädigung.

Die Ausstellung befindet sich in Baracke 4.

Buchbare Angebote:

120 min, kostenfrei

Buchung:
> 030 63 90 288 27
bildung-sw@topographie.de